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Wetterphänomen La Niña schuld an Grippepandemien?

14:12 17/01/2012
MOSKAU, 17. Januar (RIA Novosti).

Das Klimaphänomen La Niña kann Grippepandemien verursachen. Das geht aus einer Studie hervor, die in der US-Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht wurde.

Für La Niña (spanisch für „das Mädchen“) ist eine starke Abkühlung der Wasseroberfläche im zentralen und im östlichen Teil des tropischen Pazifik kennzeichnend. La Niña tritt im Anschluss an ein El-Niño-Ereignis auf und ist dessen Gegenteil. El Niño bewirkt nämlich eine wesentliche Erwärmung des Oberflächenwassers. El Niño und La Niña wirken sich auf die ozeanische und die atmosphärische Zirkulation aus, was wiederum das Wetter bzw. das Klima auf der Erde beeinflusst.

Jeffrey Shaman von der Columbia-Universität (New York) und Marc Lipsitch von der Harvard-Universität (Cambridge) haben vier Grippepandemien - aus den Jahren 1918, 1947, 1968 und 2009 - erforscht, die im Frühjahr beziehungsweise im Sommer eingetreten waren. Anhand der Analyse der Wassertemperaturen im tropischen Pazifik in den betreffenden Zeitperioden fanden die Forscher heraus, dass dem jeweiligen Massenausbruch der Krankheit in allen vier Fällen extrem niedrige Temperaturen vorangegangen waren, wie sie für La Niña typisch sind.

„Bekanntlich entstehen Pandemien aufgrund deutlicher Änderungen am Genom der Virusgrippe. Laut unserer Hypothese schafft La Niña Bedingungen für solche Änderungen durch Zugvögel - eine der Hauptquellen für Grippe“, zitiert der Pressedienst der Columbia-Universität Shaman.

Frühere diesbezügliche Studien hatten den Verfassern zufolge bereits den Einfluss von La Niña auf die Migrationsrouten der Zugvögel, die Dauer ihrer Stationen, die Anpassung der Tiere an die Umweltbedingungen und ihre zwischenartliche Vermischung bewiesen. Eine weitere Folge der genannten Bedingungen sei der Austausch von genetischem Material, was das Entstehen von neuen, womöglich noch gefährlicheren Arten der Virusgrippe fördere.

Shaman und Lipsitch schließen dabei nicht aus, dass der zeitliche Zusammenfall der La-Niña-Ereignisse mit Grippepandemien zufällig sein kann.

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