Handel und Finanzen
Russland opfert höhere Holzzölle für WTO-Beitritt – „Wedomosti"
Thema: Russlands WTO-Beitritt
MOSKAU, 08. Dezember (RIA Novosti)
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Russland hat eine weitere Hürde auf dem langen Weg in die WTO genommen, schreibt die Zeitung „Wedomosti" am Mittwoch.
In Brüssel wurden gestern die Bedingungen des WTO-Beitritts Russlands vereinbart. Das entsprechende Dokument wurde von der russischen Wirtschaftsministerin Elvira Nabiullina und EU-Handelskommissar Karel De Gucht unterschrieben.
De Gucht sagte, dass alle wichtigten Fragen gelöst seien. Nabiullina brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass Russland bereits im ersten Halbjahr 2011 WTO-Mitglied wird.
Als wichtigsten Erfolg bezeichnete sie den Kompromiss beim Streit um die Exportzölle für Rundholz. Ursprünglich wollte Moskau die Exportzölle erhöhen, um die Holzverarbeitung im Inland zu stimulieren.
Derzeit liegt der Exportzoll bei 15 Euro pro Kubikmeter Holz. Maßnahmen zur Förderung der Holzverarbeitung in Russland hatte bereits Wladimir Putin als Präsident im Jahr 2006 verlangt. 2010 wollte Russland die Zollgebühr auf 50 Euro erhöhen, musste aber diese Pläne ein Jahr zuvor aufgeben, weil der Bedarf an russischem Holz wegen der Wirtschaftskrise ohnehin gesunken war.
Die russische Holzindustrieexpertin Olga Deulina sagte, dass sie von der Regierung eine Gegenmaßnahme erwarte, weil Investoren nach dem Beschluss in Brüssel das Interesse an der Verarbeitungsindustrie verloren haben.
Der Berater der Unternehmensgruppe Ilim, Dmitri Tschuiko, stellte fest, dass der Holzabsatz auf dem Binnenmarkt nur bei entsprechender Nachfrage günstig wäre. Mit der Entwicklung der Holzverarbeitung könnten auch die Exportzölle gesenkt werden.
Die Sperrzölle für Holz sind nicht die einzige Maßnahme zur Unterstützung der einheimischen Produzenten, auf die Russland nun verzichten muss.
Schrittweise sollen auch die Importzölle für neue und Gebrauchtwagen verringert werden.

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