Ausland
USA werden Ukraine als nächsten Staat für Provokationen gegen Russland missbrauchen - Experten
MOSKAU, 14. August (RIA Novosti). Die USA werden als nächstes in der Ukraine versuchen, eine bewaffnete Konfrontation mit Russland zu provozieren. Dieser Meinung sind russische Experten.
"Deshalb soll Moskau engere Beziehungen zur Europäischen Union (EU) herstellen und gemeinsam gegen die Entfachung von Konflikten auf dem Kontinent ankämpfen", sagte Jewgeni Fjodorow, Vorsitzender des Duma-Ausschusses für Wirtschaftspolitik und Unternehmertum (von der Regierungspartei Geeintes Russland), am Donnerstag in einem RIA-Novosti-Gespräch in Moskau.
"Wir sind uns darüber im Klaren, dass das Regime Saakaschwilis in Georgien genau so wie das ukrainische und einige andere Regime direkt von den Amerikanern aufgepäppelt wurden. Das sind deren politische Projekte", fuhr er fort.
Die USA hätten in Europa einige Stellen politisch markiert... Die erste Marke sei Saakaschwili, die zweite werde höchstwahrscheinlich die Ukraine sein. "Dabei gehe ich von der Logik der politischen Gesetze aus, die genauso wie die physikalischen immer anwendbar sind. In dieser Hinsicht ist vor allem in der Ukraine die Situation für einen Schlag gegen Russland herangereift. Was (Präsident Viktor) Juschtschenko dabei zum Anlass nimmt, ist eher eine taktische Frage, die ich im Moment nicht beantworten kann", sagte Fjodorow.
Der Politologe Sergej Markow, Mitglied der Duma-Fraktion von Geeintes Russland, teilte mit, dass Juschtschenko bereits "den Befehl erhalten hatte, die russische Schwarzmeerflotte zu provozieren". Zuvor hatte Kiew erklärt, die Ukraine behalte sich das Recht vor, Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte, die vor der Küste Abchasiens an der Operation zur Befriedung Georgiens teilgenommen hatten, nicht zurück nach Sewastopol zu lassen. Kiew begründet seine Position damit, dass die Ukraine in keinen Militärkonflikt verwickelt werden will.
Russland bezeichnete dies als einen "ernsthaften antirussischen Schritt" und die Anweisungen der ukrainischen Führung als nicht legitim. "Wir (Russland und EU) müssen jetzt verstehen, dass die Sicherheit in Europa in unserem gemeinsamen Interesse liegt. Während des Kalten Krieges half Amerika, das Problem des Kommunismus zu lösen. Aber jetzt artet Amerika selbst zu einem Problem aus, sie wollen den Frieden auf unserem Kontinent ruinieren", sagte Markow.
Die Hauptaufgabe bestehe jetzt darin, Kontakte zu anderen Ländern unter Ausschluss der USA herzustellen, deren Vertreter "in unseren Beziehungen zur EU, der Ukraine, Georgien und anderen Ländern immer mit auf der Bank sitzen", sagte der Politologe.
Am Vortag hatte US-Präsident George W. Bush bereits zum zweiten Mal in den vergangenen drei Tagen die Handlungen Russlands im Südossetien-Konflikt heftig kritisiert und gefordert, dass Moskau alle Truppen aus Georgien abzieht. Seinerseits kritisierte der russische Außenminister Sergej Lawrow Bush: "Seine jüngste Rede strotzt vor unglaubwürdigen Informationen, enthält aber mehrere wichtige Fakten nicht." Dabei erinnerte Lawrow daran, dass die USA vor einigen Jahren Waffen nach Georgien geliefert und die georgischen Streitkräfte ausgebildet hatten.
Markow zufolge sollten sich die Experten in Moskau endlich darüber klar werden, dass Russland über eine Armee des 20. Jahrhunderts verfügt - Raketen, Panzer und Flugzeuge. "Aber wir haben nicht eine Armee des 21. Jahrhunderts, die sich aus gewissen 'Zentren, Fonds, Instituten oder Fernsehsendern' zusammensetzt, da alle Militärkonflikte in den Medien beginnen und ebenso in diesem Raum zum Abschluss gebracht werden", betonte der Politologe.

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